Die Trump-Regierung verhängt eine "genozidale Blockade" gegen Kuba

14. 2. 2026 / Daniel Veselý

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Kuba ist praktisch das einzige Land, das seit der Machtübernahme von Fidel Castro und Co. Seit 1959 widersteht das Land den US-amerikanischen Versuchen, das  System durch einseitige Sanktionen und Staatsterrorismus zu ändern. Die Blockade Kubas wird von der internationalen Gemeinschaft für ein Verstoß gegen das Völkerrecht angesehen. Mit der Verhängung einer Blockade der venezolanischen Ölexporte, die Havanna über Wasser hielt, verschlechterte sich die Lage auf dieser tropischen Insel jedoch drastisch. Trumps Weißes Haus verheimlicht bei der Umgestaltung der Machtgleichung in beiden Teilen Amerikas, wo die sogenannte Monroe-Doktrin gilt, nicht öffentlich seine Pläne für einen Regimewechsel in Havanna. Trumps Kabinett, offenbar ermutigt durch die Beschlagnahme von venezolanischem Öl, richtete seinen Blick auf Kuba, dessen Widerstand gegen die etablierte Ordnung in der westlichen Hemisphäre schon lange Washington ein Dorn im Auge war.

Übersetzt aus dem Tschechischen  von Uwe Ladwig


Ende Januar gab das Weiße Haus bekannt, dass Kuba eine "ungewöhnliche und außergewöhnliche Bedrohung" für die Vereinigten Staaten darstelle. Kein vernünftiger Mensch kann diese Lüge ernst nehmen, angesichts der überwältigenden Überlegenheit einer Weltmacht angesichts der jahrzehntelang belagerten Karibikinsel. Es ist genau andersrum; es sind die Vereinigten Staaten, die eine außergewöhnliche Bedrohung für Havanna darstellen. Und es ist völlig egal, ob das Regime dort demokratisch ist oder nicht. Wenn die Trump-Regierung sich entscheidet, dem Wortlaut der Monroe-Doktrin zu folgen, könnten als nächstes andere "ungehorsame" Staaten wie Mexiko, Nicaragua oder Kolumbien fan der Reihe sein..

Washington hat auf eine frei erfundene Drohung einseitig entschieden, neue Zölle auf Länder zu erheben, die Lieferungen von Öl Havanna verkaufen oder anbieten. Kuba durchlebt nun eine grundsätzliche Energiekrise infolge der dramatisch verstärkten amerikanischen Wirtschaftsblockade. Jetzt sind die Bushaltestellen in Kuba leer, Familien nutzen Holz und Kohle zum Kochen und müssen sich an ständige Stromausfälle gewöhnen.

Das Büro des kubanischen Präsidenten Miguel Díaz-Canel bezeichnet die kriminelle Politik der Trump-Regierung gegenüber Kuba als "genozidale Blockade". Wenn wir uns auf die skonkreten Daten stützen, die vom Büro des kubanischen Präsidenten veröffentlicht wurden, werden wir feststellen, dass diese Meinung nicht weit von der Wahrheit entfernt ist. Havanna hat neue Maßnahmen ergriffen, um Menschen in Altersheimen und Krankenhäusern am Leben zu erhalten, wie der Journalist Ryan Grim auf seinem X-Account berichtet. Kubas Trennung vom venezolanischen Öl wird naturgemäß Auswirkungen auf alle Lebensbereiche haben, vom Transport bis zum Betrieb von Krankenhäusern bis zu den öffentlichen Diensten.

Donald Trump und der Leiter der US-Diplomatie, Marco Rubio, greifen auf unglaublichem Sadismus zurück, indem sie buchstäblich und schriftlich das Leben von Millionen Kubaner bedrohen. In dieser Situation können wir mit einer humanitären Krise enormen Ausmaßes rechnen. Lassen wir uns nicht täuschen: Der Trump-Regierung geht es nicht um die Demokratisierung, diese karibische Insel. Er geht ihr nur um die Verstärkung ihrer Kontrolle und Macht über den "Hinterhof" der Vereinigten Staaten, wo eine Abweichung vom Status quo in den Augen des Washington-Blobs eine unzulässige Abweichung bedeutet. Trump und Co. rahmen jedoch Versuche eines Regimewechsels nicht mehr mit blumigen, wenn auch zynischen, Ausdrücken über den Export von Demokratie, was die Domäne seiner vielen Vorgänger war.

Das Thema Kuba ist im tschechischen Medienraum traditionell extremer ideologischer Voreingenommenheit unterworfen, wobei nur die repressive Seite des Regimes betont wird, ohne dass die Medien den breiteren Hintergrund widerspiegeln. Doch kein anderes Land wurde einem so systematischen und langfristigen wirtschaftlichen Bann ausgesetzt. Niemand kann daher überrascht sein, dass Kuba keine blühende Oase der Demokratie darstellt, wenn es 66 Jahre lang nicht die günstigen Bedingungeneiner klassischen westlichen "Demokratien" hatte. Außerdem ist Kuba nicht Grönland, dass sich ein so massiver Widerstand gegen die "Besetzung" dieses Landes oder einen Regimewechsel ergäbe. Wenn Trumps und Rubios perverse Bemühungen, "Kuba wieder groß zu machen", Früchte trügen, wüssten wir, dass andere Länder an der Reihe sein werden.

 

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